Restaurant Roter Turm geht an TRINAMO (AZ Baden Wettingen 21.09.2011)

Baden Drei soziale Institutionen im Kanton schliessen sich zusammen. "TRINAMO" wird 130 Mitarbeiter und 600 Betreute beschäftigen.

von Sabine Kuster/Michael Hugentobler

Das Restaurant Roter Turm in Baden bekommt Verstärkung. Als Teil der Stiftung Pegasus wird das Restaurant mit zwei weiteren Aargauer Institutionen im Sozialwesen fusionieren. Und zwar mit Stollenwerkstatt und Storchenstrasse Möhlin. Die neue Firma, die daraus entsteht, wird "TRINAMO" heissen.
Ziel des Restaurants Roter Turm ist, leistungsangepasste Arbeitsplätze für psychisch behinderte Menschen im geschützten Rahmen anzubieten. Die Mitarbeit im Team und der vertraglich geregelte Arbeitsplan bringen soziale Kontakte, Tagesstrukturen und das Gefühl der Dazugehörigkeit, womit den Bedürfnissen nach sozialer Sicherheit entsprochen wird.

Steigerung der Lebensqualität

Die Betreuten haben Freude, Neues zu lernen. Dies fördert sowohl das Interesse an der Arbeit, als auch die erbrachte Leistung. Die Betreuten fühlen sich dadurch kompetent und selbstsicher, was ihre Lebensqualität steigert. Allzu überraschend kommt die Fusionierung des Restaurants Roter Turm mit Stollenwerkstatt und Storchenstrasse Möhlin nicht.
Alle drei Institutionen haben seit 2007 denselben Geschäftsführer. Nun schliessen sie sich ab 2012 offiziell zu einer einzigen Firma mit 130 Mitarbeitern und 600 Betreuten zusammen. "TRINAMO" wird sie heissen – der Name stammt von einer Werbeagentur, nachdem interne Vorschläge wie "PeSto" doch nicht ganz genügt hätten, wie Geschäftsführer Reto Schaffer mit einem Augenzwinkern erzählt.

Die verschiedenen Einrichtungen zur Eingliederung von arbeitslosen Jugendlichen, Invaliden, Sozialhilfeempfängern oder Asylbewerbern ins Arbeitsleben werden an den bestehenden Standorten in Aarau, Wohlen, Baden, Wettingen und Möhlin bleiben.
Durch die Fusionierung gibt es an den fünf Standorten einige Umzüge und Umbauten. Dies ist ein Zufall. "Es hat sich so ergeben", sagt Geschäftsführer Reto Schaffer. Das nötige Geld habe man aufbringen können dank Eigenkapital, niedrigen Hypotheken und günstigen Darlehen – unter anderem von der katholischen und reformierten Kirche.
In der Stollenwerkstatt Aarau ist ein neuer Anbau der Architekten Moser und Colombo fertig geworden, in dem sich die Bewerbungsdossierwerkstatt, Laden und Empfang befinden. Im ersten Stock wurde die Kantine vergrössert und neue Büroräume entstanden. Weitere Innenrenovationen stehen noch an. Die "Baubörse" auf der gegenüberliegenden Strassenseite soll ein Laden werden, in dem die hausfertigen Produkte verkauft werden.

Neuerungen an allen Standorten

In Baden war im letzten Winter das Restaurant Roter Turm umgebaut worden. In Möhlin wurde in ein schöneres Gebäude auf demselben Areal gezügelt und in Wohlen fand ebenfalls ein Umzug statt. Dazu wurde 2010 von der Stiftung Pegasus die Zentralwäscherei in Wettingen eröffnet.
Die Stollenwerkstatt Aarau gibt es schon seit fast 20 Jahren: 1991 begann die Erfolgsgeschichte über einem Topf mit flüssigem Wachs im Keller des katholischen Pfarrhauses. Das Kerzenziehatelier für Drogenabhängige und Arbeitslose wurde nach den angrenzenden Meyerschen Stollen "Stollenwerkstatt" getauft.